Stoppen mit System: So entstehen geniale Lösungen
„Augen zu und durch“ ist einer meiner Lieblingssätze! Leider aber in sehr vielen Situationen schlicht falsch. Übertragen auf das Thema Produktivität wird daraus schnell: „So viel und so schnell wie möglich erledigen, dann ist man produktiv und kommt weiter“. Eine To-do-Liste mit Dutzenden von Häkchen gilt als Sinnbild für Produktivität. Was aber, wenn genau das ein Mythos ist?
Routineaufgaben lassen sich vielleicht im Akkord erledigen, aber wenn es um echte Kreativität geht, sieht die Sache anders aus. Neue, kreative Ideen brauchen Zeit zum Reifen. Sie brauchen (geistigen) Raum, um sich zu entfalten. Nicht „dranbleiben und die Aufgabe fertigstellen“, sondern eine Aufgabe gezielt unterbrechen, wenn man den nächsten Schritt sieht. Und dann die Aufgabe einfach für eine Weile ruhen und im Kopf weiter reifen lassen.
“Always stop when you know what is going to happen next.”
(Ernest Hemingway, Autor )
Geniale Lösungen, kreative Ideen: Der Trick liegt im Stoppen und Reifen lassen
Es ist aber auch zu verlockend: Mitten in einer bei der Erledigung einer kreativen Aufgabe wie z.B. der Erstellung eines Vortrages, einer Präsentation etc. taucht plötzlich eine Idee auf und – überzeugt von der Genialität dieser spontanen Idee – gibt es für uns kein Halten mehr. Solche spontanen Einfälle fühlen sich oft brillant an – als hätten wir gerade das Rad neu erfunden.Sofortiges Umsetzen und Erledigen ist bei so einer „grandiosen Idee“ angesagt. Doch genau hier lauert die Gefahr.
Warum spontane Ideen oft nicht das Gelbe vom Ei sind
Studien zeigen jedoch, dass wir unseren ersten Ideen oft zu viel Bedeutung beimessen. Wir halten sie für die besten, auch wenn es Beweise für das Gegenteil gibt. Aber nicht jede Idee verdient eine sofortige Umsetzung. Wie oft haben wir uns schon in eine Richtung gestürzt, nur um später alles wieder zu verwerfen – sei es die mühsam erstellte Präsentation oder das Strategiepapier. Häufig kommen wir am nächsten Tag an den Punkt, and dem „irgendwie“ alles nicht mehr passt, die Idee doch nicht so genial ist und wir den Großteil der erstellten Dinge in die Tonne werfen. Alles auf Anfang und bitte noch einmal von vorne. Schade um die investierte Zeit und kreative Energie die verbraten wurde.
Der Schlüssel liegt darin, Ideen reifen zu lassen, anstatt sie sofort zu verfolgen. Eine kreative Pause kann den Unterschied wischen einem guter Idee und einem wirklich großartigen Konzept ausmachen. Das spart dazu noch jede Menge Zeit und kreative Energie.
Wie aus guten Ideen richtig gute werden: Kreative Pausen sind die Lösung
Gute Ideen sind selten Geistesblitze aus dem Nichts. Sie entstehen vielmehr aus der Verknüpfung bereits existierender Gedanken und Ideen in unserem Kopf. Und genau hier liegt die Herausforderung: Welche Ideen sind wird denn in den Tiefen unseres Denkapparates gespeichert, die relevant sind? Welche passen wie zusammen?
Selbst wenn wir in der Lage wären auf Knopfdruck eine Handvoll Ideen und Gedanken im Kopf gezielt abrufen zu können, wären wir beim Kombinieren der unzähligen Möglichkeiten geistig überfordert. Versucht man, dieses Kombinations-Rätsel bewusst und linear zu lösen, endet man oft in einer Sackgasse, einem „thinking hole“. Mehr Nachdenken bringt dann nicht mehr Klarheit, sondern nur Frustration.
Wir haben aber nicht nur ein paar wenige Gedanken im Kopf, sondern verfügen über einen Denkappart mit einem riesigen Datenvolumen. Unser Gehirn ist ein riesiges Archiv mit Millionen von Ideen, Gedanken, Eindrücken usw., die zu potenziell mit Millionen von anderen kombiniert werden können. Wie soll man darin die passenden Ideen finden, geschweige denn die idealen Kombinationen daraus ermitteln?
Edward de Bono beschreibt eine Lösung: die „kreative Pause“. Gezielte Unterbrechungen des Denkprozesses können alte Muster aufbrechen und neue Perspektiven ermöglichen. Ähnlich wie ein Fluss, der bei einer Blockade einen neuen Weg sucht, kann unser Geist in dieser Pause andere Verknüpfungen herstellen und neue Denkrichtungen einschlagen.
Gerade wenn es darum geht, neue und vor allem kreativere Wege, Ideen oder Lösungen zu finden, ist es daher sinnvoll, die ersten Gedanken nicht „auf Teufel komm raus“ umzusetzen, sondern sie einfach ruhen zu lassen. Also eine kreative Pause einlegen.
Oft haben wir auch einen flüchtigen Gedanken, den wir nach kurzem Nachdenken aber sofort verwerfen. Doch häufig sind oder wären das genau die Dinge, die eine bessere Lösung ausmachen, wenn man diesen Gedanken mit anderen kombiniert. Aber dieser Vorgang benötigt Zeit. Auch hier hilft die kreative Pause.
Warum? Weil die Pause dem Unterbewusstsein Raum gibt, weiterzuarbeiten. Es verbindet Elemente, die unser bewusster Verstand übersehen hätte. Unser Unterbewusstsein prüft in diesen kreativen Pausen, welche Möglichkeiten, Alternativen, neue Ansätze etc. es noch geben könnte und kommt so zu Erkenntnissen, die wir ohne diese unterbewusste Verarbeitung nicht gehabt hätten. Die kreative Pause macht’s!
Aus diesem Grund besteht effektives kreatives Denken oftmals darin, eine Pause zu machen und nicht weiter (über das Thema) nachzudenken. Kreative Pausen sind kein Zeichen von Faulheit – sie sind ein Werkzeug für echte Durchbrüche. Die besten Ideen entstehen oft genau dann, wenn wir aufhören, zwanghaft darüber nachzudenken. Wer regelmäßig und gezielt kreative Aufgaben unterbricht, macht diesen Prozess zu einer Gewohnheit – und das kann den Unterschied zwischen einer guten und einer herausragenden Idee ausmachen.
Stoppen, wenn es am besten läuft: Der kreative Geheimtipp von Hemingway
Mitten in einer Aufgabe aufzuhören mag nicht sonderlich intuitiv erscheinen, ist aber eine der effektivsten Strategien, um am nächsten Tag produktiv mit neuen Ideen dort anzuknüpfen, wo wir die Aufgabe unterbrochen haben. Ernest Hemingway machte sich diese Technik zunutze: Statt ein Kapitel zu Ende zu schreiben, stoppte er immer dann, wenn er genau wusste, wie es weitergehen sollte. Dazu schrieb er am Abend ein paar wenige Dialogzeilen und unterbrach das Schreiben dann ganz gezielt für eine kreative Pause.
Damit verschaffte er sich einen doppelten Vorteil: Zum einen sorgte diese bewusste Unterbrechung dafür, dass sein Unterbewusstsein weiterarbeitete und nach neuen Ideen und Kombinationen suchte. Tatsächlich steht unser Gehirn nie wirklich still. Selbst wenn wir schlafen, wägt unser Verstand alternative Wege ab, überlegt, wie der nächste Abschnitt eines Vortrags aussehen könnte oder wie ein Problem zu lösen ist.
Zum anderen fiel es ihm am nächsten Morgen leichter, wieder in den Schreibfluss zu kommen. Denn statt mit einer neuen Szene – dem berühmten weißen Blatt – zu beginnen, hatte er bereits erste Zeilen, die durch die Unterbrechung im Unterbewusstsein schon weiter gereift waren. Er musste sie nur noch zu Papier bringen.
Er selbst sagt dazu: „The best way is always to stop when you are going good and when you know what will happen next. If you do that every day . . . you will never be stuck. Always stop while you are going good and don’t think about it or worry about it until you start to write the next day. That way your subconscious will work on it all the time. But if you think about it consciously or worry about it you will kill it and your brain will be tired before you start.“
Diese Methode erfordert jedoch mehr als ein willkürliches Anhalten. Es geht darum, an der richtigen Stelle zu stoppen und damit dem Unterbewusstsein gezielt lose Enden zur weiteren gedanklichen Verarbeitung anzubieten. Lose Enden sind aber nicht gleich lose Enden.
Lose Enden: Freund und Feind zugleich
Lose Enden sind all jene Gedanken, die unser Gehirn nicht final ins Archiv ablegen kann, weil irgendein Aspekt noch offen ist. Das sind Dinge wie unvollständige Gedankengänge, unerledigte Aufgaben, Entscheidungen, die wir vor uns herschieben, aber auch ganz banal das Merken eines Termins für das nächste Meeting. Da man Informationen im Kurzzeitgedächtnis nicht gespeichert werden können, schwirren sie zusammen mit anderen Informationen im Kopf herum. Versuchen wir zu viele Dinge gleichzeitig im Kopf zu halten blockieren solche losen Enden unsere mentalen Kapazitäten.
Im Alltag können diese losen Enden daher belastend sein – wie das Gefühl, die Einkaufsliste vergessen zu haben, oder der nagende Gedanke an eine unbeantwortete E-Mail. Solche losen Enden hängen wie ein schweres Netz in unserem Kopf und können dazu führen, dass wir uns zerstreut und gestresst fühlen, anstatt uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Vor allem unerledigte Aufgaben blinken wie kleine Lichter in unserem Kopf und signalisieren: „Erledige mich, erledige mich“. Sie haben etwas Unbefriedigendes, etwas, das uns antreibt, weiterzumachen, auch wenn wir eigentlich erschöpft sind. Für viele von uns der Inbegriff von Stress.
Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang vom Zeigarnik-Effekt: Unser Gehirn hat die natürliche Tendenz, z.B. offene Aufgaben so lange im Gedächtnis zu behalten, bis sie erledigt sind. Das klingt zunächst nach einem nützliches System, um uns zum Abschluss zu drängen, doch es hat seinen Preis. Offene Enden rauben mentale Energie, lassen uns schlecht abschalten und erschweren es uns, unsere Aufmerksamkeit auf neue Projekte zu richten.
Gerade bei Routineaufgaben, bei denen es vor allem um Effizienz geht, können offene Enden zum Problem werden. Hier ist es tatsächlich besser, konsequent „dranzubleiben“ und die Aufgabe zu beenden. Nur so lässt der Kopf auch tatsächlich los und gibt seine gesamten mentalen Ressourcen frei, damit wir uns vollständig auf die nächste Herausforderung konzentrieren können. Doch sobald wir neue Ideen oder Lösungen suchen, sieht die Sache anders aus.
Die kreative Werkstatt im Kopf: Wie das Unterbewusstsein geniale Ideen formt
Beim kreativen Denken gelten andere Regeln: Hier werden lose Enden vom Störenfried zum wertvollen Verbündeten. Denn statt uns auszubremsen, können sie unser Denken anregen und den Grundstein für innovative Ideen legen. Wie heißt es so schön: „Your head is not for holding ideas—it’s for having ideas.“
Denn unser Unterbewusstsein – so Mihaly Csikszentmihalyi – arbeitet anders als unser bewusster Verstand. Der bewusste Verstand denkt linear und kann immer nur einen Gedanken auf einmal verarbeiten. Die Arbeitsweise des Unterbewusstsein ähnelt die eines leistungsstarken Computers. Dieser kann mehrere Operationen in verschiedenen Teilen gleichzeitig ausführen. Das ermöglicht eine radikal schnellere Verarbeitung der Gedanken und damit auch ein deutlich effizienteres Denken.
Darüber hinaus verknüpft unser Gehirn beim unterbewussten Denk scheinbar zufällige Gedanken, probiert unzählige Kombinationen aus und entwickelt Ansätze, die unser bewusster Geist niemals in Erwägung gezogen hätte. Am Ende setzt unser Gehirn dann alles zu einer besseren Idee und Lösung wieder zusammen. Und das ist der Grund, warum das Unterbewusstsein beim kreativen Denken so viel besser ist. Für unser Unterbewusstsein sind lose Enden – etwa ein unvollständiger Gedankengang – ein wahres Geschenk. Lose Enden sind die inhaltliche Keimzellen für neue Gedanken und wie auf Knopfdruck beginnt unser Unterbewusstsein zu arbeiten.
Kreativität auf Knopfdruck per Minimal Creative Dose
Unvollständige Gedankengänge sind für das Unterbewusstsein wie Rätsel, die noch gelöst werden müssen. Sie wirken wie ein Signal: „Hier gibt es noch etwas zu lösen.“ Dadurch bleibt das Unterbewusstsein aktiv, sortiert und kombiniert unermüdlich weiter, auch wenn wir andere Dinge tun oder sogar schlafen.
Damit diese „Hintergrundverarbeitung“ effektiv arbeiten kann und brauchbare Ergebnisse liefern kann, benötigt sie eine Grundlage auf der sie aufbauen kann – also ein loses Ende als Keimzelle der Idee. Dies schafft man durch die Unterbrechen einer Aufgabe. Aber eine Aufgabe einfach zu unterbrechen, weil z.B. das nächste Meeting ansteht, ist keine besonders gute Idee. Denn so eine Unterbrechung wäre nicht inhaltlich definiert und für das Unterbewusstsein bliebe offen, was es denn konkret machen soll. Das Rätsel – um im Bild zu bleiben – ist inhaltlich nicht klar definiert und damit wird auch keine passende Lösung herauskommen.
Indem du dich aber zumindest etwas mit einem Problem beschäftigst und darüber nachdenkst, gibst du deinem Unterbewusstsein einen inhaltlich definierten Impuls und es weiß jetzt, wo es ansetzen kann. Dieses erste bewusste Nachdenken gibt eine erste Richtung vor, damit dein unbewusstes Denken möglichst produktiv und kreativ arbeiten kann. Mit dieser kleinen Dosis Input – der sogenannten „Minimum Creative Dose“ – weiß das Unterbewusstsein wonach es suchen soll und findet mehr und vor allem bessere Lösungen.
Die Minimum Creative Dose beschreibt den kleinsten kreativen Impuls, den du setzen kannst, um eine erste Keimzelle für die Idee zu haben und dient als Trigger für das unterbewusste Denken. Es geht also darum, gerade so viel zu tun, dass dein Projekt, deine Idee, deine Fragestellung weiter in deinem Bewusstsein bleibt, ohne alles vollständig zu durchdenken.
Das können erste potentiellen Gliederungspunkte sein, oder auch nur die Hauptüberschriften für eine Präsentation sein, oder eine erste schnelle Sammlung von ein paar wenigen Fragen, die man mit einer Ausarbeitung beantworten möchte. Weniger ist hier meist mehr, es soll na nur ein kleiner Impuls (= Minimal Creative Dose) gesetzt werden, der dafür sorgt , dass deine losen Enden aktiviert werden und dein Unterbewusstsein weiß, woran es arbeiten soll. Von da an übernimmt dein unterbewusstes Denken seine Arbeit und geht auf die Suche nach neuen Kombinationsmöglichkeiten im Archiv deines Oberstübchens.
Maximale Wirkung, minimaler Aufwand: So einfach nutzt du die Minimal Creative Dose
Nutze die Minimum Creative Dose ganz bewusst: Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um über deine Idee oder dein Problem nachzudenken. Schreibe ein paar Stichworte auf, zeichne eine kleine grobe Skizze oder nimm ein Voice Memo auf. Versuche nicht, die Dinge auszuformulieren oder vollständig zu haben. Ein paar Minuten kurzes Brainstorming bei dem du einfach alles aufschreibst, was dir zu deinem Problem oder Fragestellung durch den Kopf geht, reicht als Impuls aus, um dein Unterbewusstsein weiter zu beschäftigen. Dann legst du die Aufgabe einfach beiseite. Wiederhole den Vorgang am nächsten Tag. Du wirst feststellen, dass die Weiterarbeit leichter und produktiver wird.
Die Minimum Creative Dose eignet sich auch sehr gut für Aufgaben, die mehr Zeit in Anspruch nehmen und daher über mehrere Tage bearbeitet werden. Wenn du am Ende deiner geplanten Zeit angelangt bist, notiere die Idee für den nächsten Schritt, ohne sie weiter auszuarbeiten. Es ist wichtig, dass du einen Punkt findest, an dem du einen klaren Plan für die weitere Arbeit hast, aber die Aufgabe noch nicht abgeschlossen hast. Auch hier hast du ein perfektes offenes Ende geschaffen, das dein Unterbewusstsein aktiviert und dazu bringt, in die gewünschte Richtung weiterzudenken und zu arbeiten. Mach es wie Hemingway. (siehe oben: Der kreative Geheimtipp von Hemingway)
einfach.produktiver. Tipp
„Einfach mal eine Nacht drüber schlafen“. Sehr weise Worte. Denn im Schlaf hat unser Gehirn mal so richtig Zeit und Freiraum. Diese freien Denkressourcen kannst du ideal nutzen, um kreativere Lösungen und Ideen zu finden. Dazu gibst du deinem Gehirn gezielt Input in Form einer Minimal Creative, um im Schlaf weiter darüber nachzudenken. Warum gerade die Schlafphase perfekt ist, Probleme zu lösen und wie das geht habe ich im Blog-Artikel beschrieben: „Probleme lösen im Schlaf: Lass dein Gehirn die Nachtschicht übernehmen“
Vom Grübeln zur kreativen Lösung: Denken in kleinen Dosen hilft
Aber nicht jedes Problem lässt sich durch eine kurze Unterbrechung oder in einer Nacht lösen. Oft stehen wir vor sehr komplexen Fragestellungen. In solchen Fällen neigen wir oft dazu, stundenlang darüber nachzudenken, um vielleicht doch eine Lösung zu finden. Doch dieses lineare Denken wird häufig keine weiteren neuen Erkenntnisse oder gar den Durchbruch bringen. Stattdessen werden wir immer weiter gedanklich in eine Sackgasse rennen, aus der wir nur schwer wieder rauskommen. Von einer kreativer Idee oder Lösung sind wir weit entfernt.
Solche Herausforderungen erfordern längere Inkubationszeiten oder eben „Denken in kleinen Dosen“. Dazu gibt man dem Unterbewusstsein spezifische Denk-Impluse über z.B. Teilbereiche oder spezifische Aspekte eines Problems jeweils in Form einer eigenständigen Minimal Creative Dose. Jetzt hat das Unterbewusstsein genügend Input und startet mit dieser kleinen Dosis die Arbeit im Hintergrund. Geduld ist hier entscheidend – und das Vertrauen darauf, dass die besten Ideen oft Zeit brauchen, um ans Licht zu kommen.
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Kleine Dosis, große Wirkung: Die Vorteile der Minimum Creative Dose
Der Schlüssel zu deiner kreativen Schatzkammer: Die Minimal Creative Dose ist der Schlüssel zu deinem unerschöpflichen Gedankenarchiv. Du ermöglichst damit den Zugriff auf unendlich viele Ideen und Gedanken, die du mit bewusstem, linearen Denken nicht finden würdest. Durch unterbewusstes Denken verknüpft unser Gehirn bestehenden Gedankenfragmente und entwickelt durch unzählige Kombinationen neue, bessere Denkansätze.
Die Welt wird zur Inspirationsquelle: Sobald du eine Minimal Creative Dose für ein kreatives Problem in deinen Kopf „gepflanzt“ hast, wird dein Unterbewusstsein durch dieses losen Endes aktiv. Lose Enden wirken sind wie Antennen, die zufällige Impulse aus deinem Alltag auffangen und dein Gehirn prüft unterbewusst, ob und wie sie zu einer Problemstellung passen.
Du wirst überrascht sein, wie oft dir scheinbar zufällig Lösungen begegnen – ob in einem Gespräch, auf einer Werbetafel oder beim Scrollen in deinem Feed. Dieses Phänomen kennst du bestimmt: Wenn du zum Beispiel überlegst, ob du ein Auto in einer bestimmten Farbe kaufen sollst, siehst du plötzlich überall Autos in genau dieser Farbe. Und genau dasselbe passiert auch für dein kreatives Problem.
Mit der Nutzung der Minimal Creative Dose öffnest du deinen Geist für inspirierende Quellen und eine Vielzahl von Denkanstößen, die du sonst übersehen würdest, weil diese Zusammenhänge vorher nicht offensichtlich waren.
Aufschieben war gestern: Schwierige Probleme verleiden oft zur Prokrastination – also zum Aufschieben. Man steht vor einem riesigen Berg und ist mit der Herausforderung schlicht überfordert. Also lässt man die Aufgabe lieber liegen und schiebt sie vor sich her. Das passiert nicht, wenn du dich auf die Minimal Creative Dose beschränkst. Nur ein paar wenige Punkte für ein Problem zu notieren, ist ja kein wirklicher Aufwand und geht leicht von der Hand. Bevor dein Gehirn darüber nachdenkt, ob du die Aufgabe jetzt angehen willst oder nicht, sind die Punkte schon notiert – und die Minimal Creative Dose ist definiert. So hat dein Gehirn keine mehr, eine Aufgabe aufzuschieben, die nur wenige Minuten deiner Zeit in Anspruch nimmt. Mit dem Ansatz der Minimal Creative Dose schaffst du es, sauch bei anspruchsvollen Aufgaben Fortschritte zu erzielen, ohne das Gefühl zu haben, dich überfordern oder überwinden müssen.
Leichter Wiedereinstieg statt mühsamer Neustart: Indem du bewusst an einem klar definierten Punkt stoppst, schaffst du dir eine Einstiegshilfe für den nächsten Tag und erleichterst dir den Wiedereinstieg in die Aufgabe. Der Schriftsteller Roald Dahl ließ zum Beispiel immer etwas Unfertiges auf seiner Seite stehen, damit er am Morgen nicht vor einem leeren Blatt saß. Das bewusste Schaffen loser Enden gibt dir einen klaren Startpunkt und sorgt dafür, dass der kreative Fluss beim nächsten Mal direkt weitergeht.
Energie tanken und dabei Ideen finden: Lose Enden sind nicht nur ein Trick für bessere Ideen, sie helfen dir auch, deine Energie zu sparen. Anstatt dich in langen Arbeitssitzungen zu verausgaben, kannst du deine kreative Energie aufsparen und gezielt einsetzen. Dank der Minimal Creative Dose liegt der nächste Schritt schon klar vor dir. In der Zwischenzeit hat dein Unterbewusstsein schon im Hintergrund an dem Thema weitergearbeitet, während du zum Beispiel geschlafen hast. Ideale Voraussetzungen jetzt diese neuen Gedanken weiter zu verfolgen. So arbeitest du in einem nachhaltigen Rhythmus, der dich produktiver macht, ohne dich auszupowern.
Fazit: Stoppen mit System schafft geniale Lösungen
Eine Aufgabe komplett abzuschließen, mag befriedigend sein, lässt aber wenige Raum für die kreative Weiterentwicklung einer Idee. Der Schlüssel liegt darin, eine Aufgabe gezielt zu unterbrechen – und drauf zu vertrauen, dass die besten Ideen oft dann entstehen, wenn wir nicht aktiv danach suchen.
Wer im richtigen Moment innehält, gibt seiner Kreativität die Möglichkeit, weiterzuarbeiten – selbst, wenn der Stift längst schon längst beiseite gelegt wurde. Das mag auf den ersten Blick nicht intuitiv erscheinen, ist aber ein erstaunlich effektiver Weg, um kreative Prozesse zu fördern und so zu neuen und besseren Ideen oder Lösungen zu kommen.
Wenn du bewusst an einem „losen Ende“ stoppst und dein Unterbewusstsein mit einer Minimal Creative Dose fütterst – beispielsweise mit einem halbfertigen Konzept oder einer halbfertigen Idee – bleibt dein Unterbewusstsein aktiv. Es sucht unermüdlich nach besseren Verknüpfungen und neuen Ansätzen – ohne dein bewusstes Zutun. Die so geschaffenen losen Enden sind damit keine unvollständigen Aufgaben, die uns gedanklich belasten, sondern sind perfekte Trigger, die unser Unterbewusstsein anregen, auch dann weiterzuarbeiten, wenn wir uns längst anderen Dingen widmen.
Wer im richtigen Moment innehält und sich erlaubt, unvollendet zu pausieren, findet Ideen, die man mit bewusstem Denken allein nicht gefunden hätte.
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