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Einfach-Produktiver - Accomplishment Liste

Die Macht der Accomplishment Liste: Warum Du Erfolge aufschreiben solltest

„Ich arbeite und arbeite den ganzen Tag, doch am Abend habe ich das Gefühl nicht wirklich was geschafft zu haben. Auf meiner Aufgabenliste sieht das alles noch unerledigt und offen aus.“

Ja, wer kennt das nicht. Doch hier 2 gute Nachrichten für dich!

Ersten: Du bist damit nicht allein – ok, das ist jetzt nur ein schwacher Trost. Wenn du aber gleich den Grund liest, dann wird dir klar, dass das gar nicht an dir als Person liegt. Die Ursache liegt an anderer Stelle.

Zweitens: Es gibt eine einfache Möglichkeit, wie du dieses schale Gefühl loswirst, nichts geschafft zu haben. Denn vermutlich hast du eine Menge am Tag geleistet. Allerdings spielt dir dein Gehirn einen üblen Streich …

Ich selbst kenne bzw. kannte dieses Gefühl „nichts erledigt zu bekommen“ nur zu gut. Unzählige Aufgaben über den Tag abgearbeitet. Doch am Abend sah ich nur die noch offenen Punkte. Da macht sich leicht Unzufriedenheit breit und auch ein Gefühl von Machtlosigkeit.

Mit folgender, kleinen Änderung kann ich endlich mehr als zufrieden in den Abend gehen.

„Vergiss nicht, Erfolg ist die Belohnung für schwere Arbeit.“

(Sophokles )

Warum haben wir das Gefühl wenig erledigt zu haben?

Betrachtet man unser Erinnerungsvermögen, dann stellt man fest, dass sich unser Gehirn besser an unterbrochene und unerledigte Aufgaben erinnert als an erledigte Aufgaben. Diesen psychologischen Effekt nennt man den Zeignarik-Effekt. Dieser wurde bereits 1927 von der namensgebenden Psychologin Zeignarik experimentell entdeckt.

Diesen Effekt kann man zu seinem Vorteil nutzen, wenn man z.B. am Abend bereits den nächsten Tag plant. Dadurch schaffen wir bewusst Anker für unerledigte Aufgaben und das Gehirn hat eine Aufgabe für die ruhigere Nachtzeit. Damit beginnt das Unterbewusstsein Verbindungen von losen Enden schaffen, neue kreative Lösungen finden oder ganze Aufgaben lösen. So gesehen eine gute Sache.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass unser Gehirn der Erinnerung von erledigten Dingen, so gut wie keinen Schwerpunkt gibt. Getreu dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn. Erledigte Aufgaben sind für unser Gehirn nicht wichtig. Der volle Fokus unseres Gehirns geht auf die anstehenden Aufgaben. Daher haben wir das Gefühl nur offene Aufgaben zu haben. Von Erfolgserlebnis keine Spur mehr.

Ergänzend kommt hinzu, dass viele Dinge, die man über den Lauf eines Arbeitstages abarbeitet, oftmals nicht wirklich konkret sichtbar sind. Man schließt ja nicht jeden Tag ein großes Vorhaben, ein Projekt oder einen wichtigen Meilenstein ab, der ganz besonders Gedächtnis hängen bleibt.

Mit einer Accomplishment Liste Erfolge sichtbar machen

Nachdem wir jetzt wissen, dass unser Gehirn die erledigten Dinge im Erinnerungsvermögen eher hintenanstellt, liegt die Lösung auf der Hand. Statt sie in den unendlichen Weiten unserer Gehirnstränge untergehen zu lassen, braucht es nur einen prominenten Platz, auf dem die Ergebnisse und Erfolge besser sichtbar werden.

Genau hier kommt die Accomplishment Liste, auch Erfolgsliste genannt ins Spiel. Sie ist eine einfache Methode, um die Erfolge und Leistungen bewusst zu verankern und dadurch die eigene Motivation und Zufriedenheit zu steigern.

„Wie? Ich soll noch eine Liste führen? Was soll das denn bringen?“  – Das ist eine gute und berechtigte Frage …

Welche Vorteile bringt eine Accomplishment Liste?

Das oben beschriebene Gefühl nichts oder wenig erledigt bekommen zu haben, ist oftmals nur eine falsche Wahrnehmung, die uns unser Gehirn vorgaukelt. Eine Accomplishment Liste trägt dazu bei, dass man sich selbst besser wahrnimmt und die eigenen Leistungen besser schätzt.

Wir zeigen damit unserem Gehirn, dass es eine Menge Dinge gibt, die erledigt wurden. Damit verschwindet das schale Gefühl am Abend und man kann zufrieden in den Feierabend gehen. Doch so eine Liste bringt deutlich mehr Vorteile!

Wie eine Accomplishment Liste hilft Ziele besser zu erreichen

Eine Accomplishment Liste kann dir dabei helfen, deine Ziele besser im Blick zu behalten. Statt beim Erreichen eines Zieles, dieses einfach abzuhaken und zu löschen, verankerst du das Ergebnis und somit den Erfolg fest in deinem Gedächtnis.

Der Blick auf die Liste hilft vor allem in schwierigen Zeiten sich zu erinnern, zu was du selbst in der Lage bist. Du lenkst deinen Fokus damit weg vom Berg der offenen Aufgaben oder dem unlösbaren Problem hin zu deinen Stärken.

Die Ergebnisse der Vergangenheit zeigen dir, welche Fähigkeiten und Talente du hast. Sie zeigen dir auch, dass du vergleichbare Situationen – die dein Gehirn erfolgreich verdrängt hatte – bereits zuvor souverän in Erfolge umgewandelt hast. Das schafft nicht nur Stärke, sondern auch Motivation die anstehenden Dinge umzusetzen und die Ziele besser zu erreichen.

Wie eine Accomplishment Liste bei deiner Karriere hilft

Weißt du noch, welche größeren Erfolge du vor 2 Jahren hattest? Bist du in der Lage bei einem Jahresendgespräch mit deinem Vorgesetzten deine Ergebnisse optimal und vollständig zu benennen? (ohne davor sich Stunden Gedanken gemacht zu haben, was alles im letzten Jahr so passiert ist)

Wenn du diese beiden exemplarische Fragen nicht mit einem klaren „ja“ beantworten kannst, dann stellt du vermutlich deine Leistungen nicht ins rechte Licht. Noch schlimmer, du vergisst bestimmte Erfolge zu benennen.

Aus der Welt der IT-Beratung kenne ich die Methode, dass die eigene Projektliste regelmäßig geführt wird. Solche Aufstellungen sind wesentlich, wenn es um die Auswahl des geeigneten Kandidaten für ein Projekt geht.

Hast du deine Projekte und Erfolge entsprechend notiert, dann ist es ein leichtes diese vollständig und leicht zu präsentieren und so deine Fähigkeiten optimal darzustellen.

Perfekt natürlich auch, wenn du die Abteilung oder das Unternehmen wechseln möchtest. Nicht nur, dass du jetzt deine Erfolge mit wenig Aufwand auflisten kannst. Der Blick auf deine Liste wird auch dein Selbstwertgefühl steigern, da die vergangenen Erfolge plötzlich sehr präsent als positives Erlebnis im Gehirn verankert sind.

Wie eine Accomplishment Liste bei deiner persönlichen Entwicklung hilft

Eine Accomplishment List kann auch ein wertvolles Werkzeug in der persönlichen Entwicklung sein. Neben der bereits weiter oben genannten besseren Wahrnehmung der eigenen Leistungen, verstärkt die Liste die Fokussierung auf die eigenen Stärken.

Statt auf Rückschläge – die dir dein Gehirn gerne vorspielt – blickst du jetzt gezielt auf deine Erfolge.

Wenn du deine Erfolge reflektierst, erkennst du welche Fortschritte du gemacht hast. Du erkennst aber auch, in welchen Bereichen du dich noch verbessern möchtest. Ebenso hilft die Liste sich selbst klarzumachen, welche Arten von Aufgaben oder Projekte dir gut gelingen.

Wie man an den Beispielen sieht, ist eine Accomplishment Liste ein wertvolles Werkzeug in der persönlichen Entwicklung. Sie hilft dir dabei, deine Erfolge und Leistungen besser wahrzunehmen, dich auf deine Ziele und Stärken zu konzentrieren und dich darin zu bestärken, dich entsprechend weiterzuentwickeln.

So erstellst du mit wenig Aufwand eine Accomplishment Liste

Bindet man das Erstellen der Liste in seinen Tages- oder Wochenablauf vernünftig ein, wird daraus keine neue Zeitfalle.

Es bieten sich zwei Zeitpunkte für die Pflege der Liste an. Eine Möglichkeit ist, sich jeden Abend vor dem Schlafengehen einige Minuten Zeit zu nehmen, um die Erfolge des Tages aufzuschreiben. Da du dieses täglich machst, wirst du hier eher kleine Erfolgserlebnisse oder auch Gedanken dazu notieren, die sonst komplett untergehen würden.

Für mich selbst ist das zu detailliert. Ich würde schnell den Überblick verlieren. Vermutlich würde ich später all die Einzeleinträge aufwendig verdichten. Damit würde ich allerdings mehr Arbeit für mich generieren. Das kann nicht mein Ziel sein.

Für mich hat sich eine wöchentliche Betrachtung bewährt. Daher nutze ich die Liste im Rahmen meines Wochenreview. Denn während meines Wochenreviews reflektiere ich die vergangene Woche sowieso. Hierzu nutze ich diese zwei einfachen Fragen, um die Erfolge der letzten Woche zu benennen:

  • Was waren die 3 wichtigsten Dinge, die ich diese Woche geschafft habe?
  • Was hat mich davon nach vorne gebracht?

Genau diese 3 Punkte kommen auf meine Accomplishment Liste. Mehr ist das gar nicht.

  einfach.produktiver. Tipp

Wie du dir das Wochenreview den Überblick behältst und den Fokus für die nächste Woche setzt erfährst du im Artikel:
 Perfekt investierte Zeit: Wochen-Review

Ich selbst achte darauf, dass ich nicht nur berufliche Erfolge oder Ergebnisse notiere, sondern alle Lebensbereiche abdecke. Da meine o.g. beiden Fragen sehr offen formuliert sind, fällt es mir leicht, auch Dinge aus dem privaten Alltag zu finden, bei denen ich meinen Zielen oder Vorhaben nähergekommen bin oder diese realisiert habe.

Da ich mir die Liste im Rahmen des Wochenreviews anschaue, erkenne ich auch Einflussfaktoren, die dazu geführt haben, dass ich produktiv war oder was mich davon abgehalten hat. Damit kann ich leicht und vor allem direkt Korrekturen für die Folgewoche vornehmen. Es ist also weit mehr als „ich klopfe mir selbst auf die Schulter“. Gerade bei länger laufenden Vorhaben oder Projekten, sind angestrebte Ziel-Ergebnisse of nicht direkt sichtbar. Dank dem Blick auf die Liste erkenne ich, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Generell solltest du dir kurz Gedanken darüber machen, welche Granularität von Erfolgen du notieren möchtest. Generell könnte man alles aufschreiben von „endlich den Sperrmüll entsorgt“ bis hin zu „den Mount Everest bestiegen“. Ich selbst orientiere mich an meinen Vorhaben und Zielen, damit habe ich einen guten Rahmen für mich gefunden.

Was ist die beste Art eine Accomplishment Liste zu erstellen?

Papier, digitale Liste, App, Post-it, … . Es gibt kein Patentrezept für die Erstellung und es ist wie bei allen Methoden: Es muss zu dir passen. Ich selbst nutze ein digitales Kanban-Board, denn dieses verwende ich auch für andere Dinge wie meine Zielplanung. Doch vielleicht ist ein Dokument auf dem Computer oder auch ein handschriftlich geführtes Notizbuch für die geeigneter.

Wenn du eher kreativ sein willst, kannst du dir auch ein Marmeladenglas nehmen und dort keine Zettel reinwerfen mit deinen Erfolgen. Nutze verschiedene Farben für deine Lebensbereiche, dann gibt das einen guten Überblick, wo die meisten Ergebnisse erreicht wurden.

Wichtig ist, dass du regelmäßig die Einträge vornimmst und reflektierst. Daher binde die beiden einfachen Fragen entweder in deinen Tagesabschluss oder dein Wochenreview ein. So erzeugst du keinen weiteren Stress. Du wirst sehen, der Aufwand ist minimalst (1-2 Min) und du schon nach kurzer Zeit läuft das automatisch ab.

Wenn es gerade mal nicht so positiv läuft, dann nutze die Erfolgsliste als Motivator. Wirf einen Blick deine Erfolgsliste! Das schafft dir viele tolle Erinnerungen an Erfolgsmomente, die du in die nächste Woche mitnehmen kannst. Du wirst feststellen, dass dieses Gefühl dich dazu motivieren wird, immer wieder neue Dinge zu erreichen und deine Liste auch in der nächsten Woche wieder zu verlängern.

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Erfolge aufschreiben – Fazit

Eine Accomplishment Liste – oder Erfolgsliste – ist eine einfache, aber wirksame Methode, um die eigene Motivation und Zufriedenheit zu steigern. Sie hilft die eigenen Erfolge und Leistungen besser wahrzunehmen und so das Gefühl zu verdrängen, nichts erreicht zu haben.

Der Blick auf vergangene Erfolge verbessert die Fokussierung auf zukünftige Ziele. Zusätzlich ermöglicht diese Sichtweise, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und hilft diese Fähigkeiten weiter auszubauen.

Probiere es aus und lass dich über die positive Wirkung der Erfolgsliste auf deine Zufriedenheit und Motivation überraschen.

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